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Artikel

11. Februar 2014 Neue Zürcher Zeitung

Seismograf gelebter Architektur

International bekannt wurde Iwan Baan durch seine belebten Baustellenfotos des Vogelnest-Stadions von Herzog & de Meurons sowie des CCTV-Tower von Rem Koolhaas in Peking. Jetzt zeigt der junge niederländische Architekturfotograf im Marta in Herford, dass ihn nicht nur grosse Gebäudeikonen interessieren.

Der Ausstellungstitel spricht für sich: «52 Wochen – 52 Städte». Er verweist auf die Schau des 38-jährigen Architekturfotografen Iwan Baan, der seit dem Brand seiner Amsterdamer Wohnung vor zwei Jahren freiwillig auf einen festen Wohnsitz verzichtet und ganzjährig aus dem Koffer lebt. Aufträge und Projekte...

9. Dezember 2013 Neue Zürcher Zeitung

Zwischen Kunst und Landschaft

Aufgrund der ökonomischen Stagnation in den letzten Jahren hat sich die Museumslandschaft Japans weniger rasant verändert als in den vorangegangenen Dekaden. Auf den Inseln im zentraljapanischen Binnenmeer entstanden aber interessante Neubauten von Tadao Ando, Toyo Ito, Ryue Nishizawa und Hiroshi Sambuichi.

Seto Nankai heisst das japanische Binnenmeer, das sich zwischen der Hauptinsel Honshu und den beiden Nachbarinseln Shikoku und Kyushu ausbreitet. Die ruhige, oft spiegelglatte Oberfläche und die atmosphärischen, in feinen Dunst getauchten Ufer machen das sich durch ein mildes, fast subtropisches Klima...

5. Dezember 2013 Neue Zürcher Zeitung

De(lirious) Rotterdam

Das im Zweiten Weltkrieg stark zerstörte Rotterdam gilt seit langem als ein wichtiges Experimentierlabor für Architektur und Städtebau. Nun hat Rem Koolhaas, der seit 1984 sein Büro OMA in der Hafenmetropole führt, einen monumentalen Hochhauskomplex im Stadtentwicklungsgebiet Kop van Zuid realisiert.

Sind es drei Hochhäuser oder gar vier, die da am Ufer so lapidar wie riesige Container-Stapel aufragen? Und lässt sich dieses Baumassiv überhaupt noch typologisch als Hochhaus verstehen? Oder muss man ganz neue Begriffe erfinden, um diese dicht an dicht gepackte, leicht gegeneinander verschobene Gebäude-Phalanx...

28. November 2013 Neue Zürcher Zeitung

Monumentaler Turm des Wissens

Duisburgs Innenhafen galt in den 1990er Jahren noch als die Bronx der Industriestadt. Die im Zuge des Strukturwandels betriebene Konversion des Areals liess seither ein neues Quartier entstehen. Sein Leuchtturm ist ein zum nordrhein-westfälischen Landesarchiv umgebautes und erweitertes altes Speichergebäude.

Wer aus dem Schatten der Autobahnunterführung hinaustritt, an der die Strassenbahn hält, der fühlt sich angesichts der Baumasse überwältigt, vielleicht sogar erschlagen: Am südlichen Rande des Innenhafens erhebt sich ein wuchtiger Turmschaft über die grazilen Giebeltraufen eines alten restaurierten Speichergebäudes....

21. September 2013 Neue Zürcher Zeitung

Musentempel im Wartestand

Im andalusischen Córdoba wird seit 2008 an einem Kunstzentrum gebaut. Die ungewöhnlich dynamischen, aber wenig musealen Räume sind fast fertiggestellt. Doch wegen fehlender finanzieller Mittel ist der Betrieb derzeit nicht gesichert.

Es ist wie im realen Leben – auf die grosse Party folgt ernüchternde Katerstimmung. An dieser leidet die spanische Museumslandschaft nun schon seit Jahren. Denn die Finanz- und Wirtschaftskrise zeigte, wie brüchig der Traum vieler spanischer Provinzstädte vom «Bilbao-Effekt» und vom damit verbundenen...

26. April 2013 Neue Zürcher Zeitung

Sprung über den Fluss

Internationale Bauausstellung (IBA) in Hamburg

Der Hafen hatte für Hamburg bis vor wenigen Jahren Priorität. Jede Stadtentwicklung hatte sich dem unterzuordnen. Mit der neuen «Waterfront» der Hafencity hat ein Umdenken begonnen, mit der Internationalen Bauausstellung (IBA) auf der gegenüberliegenden Elbinsel erfährt es eine kritische Fortsetzung.

Seit über einem Jahrhundert steht der rote Backsteinbau des Wilhelmsburger Rathauses so einsam wie ein Leuchtturm mitten auf der Elbinsel. Das von Norder- und Süderelbe umspülte, 50 Quadratkilometer grosse Eiland vor den Toren Hamburgs hat sein städtisches Zentrum nie wirklich gefunden: Heterogen versprengt liegen alte Dorfkerne neben monotonen Betonschlafstädten, denkmalgeschützte Arbeitersiedlungen der 1930er Jahre unweit von gestapelten Containerlagern und Industrieanlagen – das alles grossmassstäblich zerschnitten durch drei grosse Verkehrsarterien, die der Hansestadt den Auto- und Bahnverkehr von Süden zuführen. Die damit einhergehenden Fragmentierungen haben dazu geführt, dass die Elbinsel lange nicht als ein attraktiver Wohnstandort wahrgenommen wurde. Und doch sind es 50 000 Menschen, die hier nur acht Zugminuten vom Hamburger Hauptbahnhof weg leben – viele von ihnen stehen am unteren Ende der Sozialpyramide, sind überdurchschnittlich jung, haben Migrationshintergrund und eher düstere Bildungschancen.

Schulen und Musterhäuser

In diesen Vorhof der Stadt, den Investoren bisher eher mieden, hat sich die Internationale Bauausstellung (IBA) Hamburg seit 2006 kontinuierlich hinein begeben und eine Laborsituation mit offenem Ausgang initiiert. Für IBA-Geschäftsführer Uli Hellweg lautet das Ziel, «den Schatz, den die Insel birgt, mit vereinten Kräften heben». Will heissen: den Beweis antreten, dass Bewohner wie Zuzügler – Hamburg wächst überdurchschnittlich! – eine gemeinsame urbane Zukunft auf der Elbinsel haben; und mehr noch: demonstrieren, wie dieses neu zusammenwachsende Stadtviertel zu einem Energiereservoir für die ganze Hansestadt werden kann. Eine ökologisch und sozial nachhaltige Stadtentwicklung sowie architektonische Lösungen, die sich jenseits gängiger Standards bewegen, waren dazu gefragt – übrigens auch bei der zeitgleich stattfindenden Internationalen Gartenschau (IGS), die ab Mai zugänglich sein wird und eine fragmentierte Naturbrache der Elbinsel um 80 Weltgärten zu einer zeitgenössischen Parklandschaft erweitert.

Etwa drei Viertel der insgesamt 63 IBA-Projekte, die in einem Pocket-Katalog und im neuen, bei Dom Publishers erschienenen «Architekturführer Hamburg» vorgestellt werden, sind bis zur Eröffnung fertiggestellt worden – angesichts der kurzen Vorbereitungs- und Realisierungszeit von sieben statt der sonst üblichen zehn Jahre eine durchaus respektable Bilanz. Die Injektionen der IBA – Gesamtinvestitionen von einer Milliarde Euro! – verteilen sich über die gesamte Elbinsel. Einen grossen Masterplan gibt es nicht – einige kleinere, die die Exzellenzkriterien der IBA berücksichtigen, schon. Zentraler Anlaufpunkt ist die vom Maastrichter Architekten Jo Coenen zusammen mit dem Karlsruher Landschaftsarchitekturbüro «agence ter» gestaltete «Neue Mitte Wilhelmsburg» unweit des S-Bahn-Bahnhofs Wilhelmsburg. Die gleichnamige Trabantenstadt auf der Ostseite des Bahntrassees wurde durch das neue integrative Schulzentrum «Tor zur Welt» mit neuen Bildungsmöglichkeiten ausgestattet. Gleichzeitig hat sie endlich ein Stadtteil-Pendant auf der anderen Seite der Bahn bekommen, verbunden mit einer zickzackförmigen Fussgängerbrücke.

Ein erstes optimistisches Zeichen für die Ankommenden setzt der neue Hauptsitz der Hamburger Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt. Dessen ondulierte Volumen wurden von den renommierten Berliner Architekten Sauerbruch Hutton in einen horizontalen Schwarm bunter Fassadenlamellen aufgelöst. Vis-à-vis markieren Bolles + Wilson aus Münster eine breite Esplanade mit dem Ärztehaus und seinem Anhängsel, der «Insel-Akademie», einem betreuten Wohn- und Weiterbildungshort für Jugendliche. Als gebautes Symbol forstwirtschaftlicher Nachhaltigkeit schliessen sich das Waldausstellungszentrum und das Hotel «Wälderhaus» des Hamburgers Andreas Heller an, die wegen lokaler Brandschutzbestimmungen nur von aussen als ressourcenbewusster Holzbau realisiert werden konnten. Dahinter erstreckt sich massig die noch unfertige «Insel-Halle» der Münchner Architekten Almand Sattler. Halb Schwimm-, halb Blumenausstellungshalle, kann das Gebäude nach der Ausstellung in eine Dreisporthalle umgewandelt werden. Funktionale Verwandlungen und Aneignungen sind auf dieser IBA ein wichtiges Thema. Denn kein Gebäude, keine Freifläche soll am Ende der Ausstellung ohne einen Mehrnutzen für die Bevölkerung sein.

Zwischen der Esplanade und der von den IBA-Planern am liebsten schon heute, wohl aber erst 2017 in das Bahntrassee verbannten, dicht befahrenen Wilhelmsburger Reichs(hoch)strasse liegt eine der vielen sogenannten «Metrozonen», Stadtränder innerhalb der Stadt. Hier darf sich die «Bauausstellung in der Bauausstellung» zeigen – eine experimentelle Musterhausschau, die prototypisch Lösungen für das Wohnen der Zukunft vorschlägt. Mehrgeschossige Stadthaus-Solitäre führen in Musterwohnungen die Vorzüge innovativer Bauweisen und -technologien, flexibler Grundrisstypologien und alternativer Energieproduktion vor. Etwa der «Woodcube» des Büros Architekturagentur aus Stuttgart: Dank einer zu 100 Prozent aus unbehandelten Vollholzschichten konstruierten Fassade kann er hohe energetische und raumklimatische Vorzüge aufweisen und – wider Erwarten – einen ausgezeichneten Brandschutz.

Integrieren statt verdrängen

Das «Case Study #1» der Hamburger Fusi & Ammann Architekten verbindet ein loftartiges 45-Quadratmeter-Fertigteil-Modul aus Beton mit einem Innenschacht für Installationen zu einem intelligenten Baukastensystem, das grösstmögliche geschossübergreifende Kombinations- und Ausbauoptionen eröffnet – verhältnismässig preiswert zu haben auch für innerstädtische Baulücken. Das Showcase einer neuen Energieerzeugung ist das «BIQ» – ein aufwendiger, von einem Team um die Grazer Splitterwerk Architekten entwickelter Prototyp. An der Südfassade wurde dem Stadthaus eine zweite Fassadenhaut aus dünnen, wasserdurchströmten Glashohlelementen vorgesetzt. Algen werden darin gezüchtet. Die Fotosyntheseprozesse erzeugen Wärme, verbrennbare Biomasse und erwirken zudem eine prozessuale Veränderung der Farbgebung an der Fassade – Klimaschutz kann Fassaden auch im Positiven verändern!

Mehr als nur Leistungsschau, zeichnet sich die Hamburger IBA dadurch aus, auch über den Bestand grundlegend nachgedacht zu haben: Qualitätsverbesserung ohne Verdrängung war die Devise; ein sprunghaftes Ansteigen der Mieten sollte vermieden werden – auch wenn die Gegner der Gentrifizierung, die ihre Proteste vom Hamburger Gängeviertel aufs IBA-Gelände ausgedehnt haben, das naturgemäss anders sehen (und die IBA-Eröffnungsfeier wegen einer Kundgebung zu einer «Polizeischau» mutieren liessen). Als ein Vorzeigebeispiel der Bestandessicherung gilt das einige Busminuten von der S-Bahn-Station entfernte «Weltquartier». Dessen kommunal gehaltene Zeilenbauten sind im Dialog mit den Bewohnern durch eine Backsteinhaut, Balkonanbauten, aber auch durch eine behutsame öffentliche Platzgestaltung deutlich aufgewertet worden. Eine Gewerbebrache wurde zudem vom Hamburger Büro Dalpiaz + Gianetti in einen «Welt-Gewerbehof» verwandelt. Die am Entwurf beteiligten, überwiegend migrantischen Klein- und Kleinstbetriebe finden unter einer weitgespannten, transparenten Dachstruktur einen flexibel erweiterbaren Platzraum für wenig Miete. Mit Wärme und Strom versorgt wird das Weltviertel durch den «Energiebunker». Der freistehende Hochbunker aus dem Zweiten Weltkrieg wurde nach Entwürfen von Hegger Hegger Schleiff aus Kassel so entkernt und ertüchtigt, dass er einen gigantischen, von alternativen Wärmeenergien gespeisten Pufferspeicher über acht Etagen aufnimmt plus eine futuristisch über dem Dach schwebende Photovoltaikanlage. Ein öffentliches Café und Ausstellungsstationen holen den über 60 Jahre ungenutzten, lange einsturzgefährdeten Trutzbau in das stadtgesellschaftliche Bewusstsein zurück. Aus einsamem Brachland wird ein neues, ausstrahlendes Kraftzentrum – das bis heute bezugslos in der «Metrozone» ausharrende Wilhelmsburger Rathaus wird es ihm einmal danken.

13. April 2013 Neue Zürcher Zeitung

Die Wiederkehr der Bilder

Ein ganzes Jahrzehnt hat der Umbau gedauert, nun öffnet das Rijksmuseum wieder sein vollständig renoviertes und restauriertes Haus. Architektur und Sammlungen bilden eine neue Einheit und rücken die Geschichte des Landes facettenreich ins Bild.

Der Besuch des Rijksmuseum am weitläufigen Amsterdamer Museumplein kommt in diesen Tagen einem Initiationserlebnis gleich. Zehn Jahre Umbau und nahezu Komplettschliessung eines der bedeutendsten Weltmuseen haben die Erwartungen in der Fachwelt wie in der Öffentlichkeit auf ein Höchstmass geschraubt....

14. März 2013 Neue Zürcher Zeitung

Modische Inszenierungen

In Düsseldorf herrscht Aufbruchsstimmung: Die wachsende Rheinmetropole investiert in den Stadtumbau. Mit Daniel Libeskinds «Kö-Bogen» gehen umfangreiche Verkehrsprojekte einher, die die Königsallee aufwerten sollen. Auch am Medienhafen schlägt man neue Wege ein.

Auch wenn in den letzten Jahren sich der Laufsteg zunehmend nach Berlin verschoben hat und die Modemesse vor einem Jahr das Ausstellen auf dem zentralen Messegelände ganz aufgegeben hat – mit über 1800 Showrooms, die sich über die ganze Stadt verstreuen, bleibt Düsseldorf immer noch die wichtigste Stadt...

29. November 2012 Neue Zürcher Zeitung

Exzentrik und Selbstfindung

Fast ein Fünftel aller Bauprojekte weltweit werden derzeit in der Volksrepublik China realisiert. Diese dynamische Architekturszene präsentiert das Reiss-Engelhorn-Museum in Mannheim nun in einer breitgefächerten Momentaufnahme.

Seit rund zehn Jahren gilt China als die grösste Baustelle der Welt. In atemberaubendem Tempo werden in boomenden Metropolregionen mannigfaltige Bau- und Infrastrukturprojekte vorangetrieben, die das Leben immer grösserer Teile der chinesischen Bevölkerung tiefgreifend verändern. Nun versucht eine von...

24. Oktober 2012 Neue Zürcher Zeitung

Monumentale Sinnschöpfungen

Die Bauten von Louis Kahn faszinieren bis heute durch Monumentalität und Tiefgründigkeit. Nun würdigt eine Ausstellung im Nederlands Architectuurinstituut in Rotterdam das Schaffen des grossen amerikanischen Architekten.

In einem Atemzug mit Le Corbusier, Frank Lloyd Wright und Mies van der Rohe nennen ihn Architekturhistoriker heute. Die elementar-archaische Kraft seiner Bauten, die philosophische Tiefgründigkeit seiner Schriften, sein Epochen und Kulturen reflektierendes globales Denken rechtfertigen diese Wertschätzung....

14. Juli 2012 Neue Zürcher Zeitung

Visionen des Dazwischen

Mit seinen der Natur abgeschauten Raumexperimenten wurde Sou Fujimoto zu einem wichtigen Erneuerer der japanischen Architektur der letzten Jahre. Nun zeigt die Kunsthalle Bielefeld die erste Retrospektive des Architekten aus Tokio.

Um die Zukunft zu propagieren, behelfen sich Visionäre und Utopisten seit je eines alten Taschenspielertricks: Sie verweisen auf einen vermeintlich ursprünglichen Urzustand der Menschheit, der nach Jahrtausenden zivilisatorischer Abschweifung wieder erreichbar scheint. Etwas von diesem geschichtsphilosophischen...

25. Juni 2012 Neue Zürcher Zeitung

Architektur der Überformung

Wie lässt sich der Baubestand der historischen Stadtzentren Europas ergänzen? In Graz kann man verfolgen, wie heutige Architektur und historische Bausubstanz in einen mutigen Dialog treten.

Wer ihm in Realität gegenübertritt, der stutzt erst einmal: Der «Friendly Alien», wie die Architekten Peter Cook und Colin Fournier das von ihnen gebaute Grazer Kunsthaus tauften, ist viel niedlicher als alles, was Fotografen und Tourismusmarketing von ihm an Ansichten jemals in Umlauf gesetzt haben....

3. Mai 2012 Neue Zürcher Zeitung

Planen ohne Masterplan

Zum fünften Mal sucht die Architekturbiennale Rotterdam (IABR) nach innovativen Ansätzen in der Stadtplanung. Im Fokus stehen die Ausstellungen «Making City» und «Smart Cities», die das Potenzial von Kooperationen und Allianzen für die Stadtplanung weltweit ausloten, sowie drei Rotterdamer Test-Areale.

Eine Zahl hängt wie ein Damoklesschwert über der neusten Ausgabe der Rotterdamer Architekturbiennale: sieben Milliarden. So viele Menschen werden 2050 weltweit in den Städten leben – rund achtzig Prozent der dannzumaligen Weltbevölkerung. Es sind die Aussicht auf einen Job, der erhoffte Wohlstand, aber...

8. Dezember 2011 Neue Zürcher Zeitung

Objekte zur persönlichen Befreiung

Der italienische Produktgestalter und Architekt Ettore Sottsass zählt zu den enigmatischsten Persönlichkeiten der modernen Designgeschichte. Eine Ausstellung im Deutschen Keramikmuseum Hetjens in Düsseldorf blickt auf sein unterschätztes Werk aus Terrakotta.

Diese Sottsass-Ausstellung ist eine kleine Sensation. Obwohl sie nur 75 Exponate umfasst, öffnet die Schau im Deutschen Keramikmuseum Hetjens in Düsseldorf die Türen zum komplexen Gedankenkosmos des italienischen Architekten und Produktdesigners. Denn die Keramik stellt – anders, als es in den grossen...

15. September 2011 Neue Zürcher Zeitung

Zeichnerisches Denken

Ein Pavillon und eine Ausstellung des Architekten Álvaro Siza zeigen, wie intensiv sich Architektur auf einen Ort beziehen kann. Nachprüfen lässt sich dies auf der in Neuss bei Düsseldorf gelegenen ehemaligen Raketenstation Hombroich.

Höchst unterschiedlich sind die Namen für das Gebäude, das vor drei Jahren auf der ehemaligen Nato-Raketenstation Hombroich vollendet wurde: Siza-Pavillon, Forum für räumliches Denken, Architekturmuseum. Das hat auch etwas mit dem Geist des Ortes zu tun, wurde doch das seit den 1990er Jahren unter der...

4. Juli 2011 Neue Zürcher Zeitung

Kunstvolle Wiederverwertung

Frachtcontainer sind auf Strassen und Schiffen allgegenwärtiges Zeichen der globalen Ökonomie. Wie sehr ihre Eigenschaften mittlerweile auch Architekten und Designer zu Entwürfen inspirieren, beweist eine Ausstellung in Düsseldorf.

Zwischen Bahntrassee und Hochstrasse inmitten eines Lagerareals ragt seit einigen Jahren im Zürcher Westen der Flagship Store der Firma Freitag in den Himmel. Das für seine Taschen aus ausgedienten LKW-Planen, Reifenschläuchen und Sicherheitsgurten bekannte Schweizer Unternehmen liess sich von den Zürcher...

7. Juli 2007 Neue Zürcher Zeitung

Verinnerlichungen der Aussenwelt

In jüngster Zeit sind in Japan mehrere konzeptuell und architektonisch spannende Museumsbauten entstanden. Besonders kleinere Häuser in der Provinz locken durch Raumkonfigurationen, die weniger zu Andacht als zum Spaziergang zwischen innen und aussen einladen.

Japan besitzt eine der facettenreichsten Museumslandschaften der Welt. Wie die allgegenwärtigen Konbini-Lokale spriessen sie aus dem Boden, manchmal an Orten, an denen man es nicht erwartet hätte. Den japanischen Architekten bieten sich dabei viele Experimentiermöglichkeiten, vor allem wenn ein Bau ausserhalb...

Publikationen

2019

Wohnen für Alle
Bautenkatalog

Der kostengünstige Wohnungsbau ist ein politisches Dauerthema. Seit den Zwanzigerjahren bemühen sich Kommunen immer wieder, internationale Maßstäbe für diese wichtige Bauaufgabe zu setzen. In der Tradition eines sozial orientierten Siedlungsbaus geht es vor allem darum, nicht nur politisch, sondern auch
Autor: Paul Andreas, Karen Jung, Peter Cachola Schmal
Verlag: DOM publishers

2009

Takaharu + Yui Tezuka
Nostalgic Future/Erinnerte Zukunft

„Roof House“, „Wall-less House“ oder „Sky House“ heißen die Hausprojekte, die das junge japanische Architekturbüro Tezuka Architects, Tokio entwirft. Aber auch große öffentliche Bauten wie der Fuji Kindergarten oder das Naturkundliche Museum für Matsunoyama führen vor, wie sehr das zunehmend auch international
Hrsg: Paul Andreas, Peter Cachola Schmal
Verlag: JOVIS