Bauwerk
Sanierung Haupthaus St. Gerold
HK Architekten - St. Gerold (A) - 2024
19. März 2025 - vai
Nextroom_Jesuheim
Ein selbstbestimmter Lebensabend braucht die richtige Balance aus notwendiger Unterstüzung und möglicher Autonomie. Dazu kann die Architektur ganz wesentlich beitragen, wenn sie im Alltag klare Strukturen, ein hohes Maß an Orientierung und Geborgenheit schafft. Das Pflegezentrum Jesuheim wird von den Barmherzigen Schwestern Zams betrieben.
Das Jesuheim liegt hoch über der Gemeinde Lochau und bietet weite Ausblicke über den Bodensee bis hin zu den Appenzeller Alpen. Der sanierungsbedürftige Bestand wurde von 2020 bis 2024 umfassend modernisiert. Dabei spielten ein selbstbestimmter Alltag für die Bewohner und Bewohnerinnen, sowie der Einsatz ressourcenschonender Baumaterialien und die Einhaltung modernster Pflegestandards eine besondere Rolle. Eine besondere Herausforderung war, dass die Bauarbeiten bei laufendem Betrieb erfolgten. Das erforderte eine präzise durchdachte, prozessoptimierte, effiziente Planung. Ein zentrales Element des Projekts bildete die innovative Holzmodulbauweise, die gemeinsam mit der Zimmerei Kaufmann aus dem Bregenzerwald entwickelt und umgesetzt wurde.
Das Haus Pfänder wurde durch einen Neubau ersetzt, der über einen gelenksartigen Verbindungsbau mit dem sanierten Bestand verbunden ist. Er besteht aus 44 vorgefertigten Holzmodulen, die zunächst ein temporäres Ersatzgebäude auf Punktfundamenten bildeten. Dort boten 36 Pflegezimmer mit barrierefreien Bädern den Bewohnern und Bewohnerinnen während der Bauzeit ein komfortables Zuhause. Nach der Fertigstellung des Sockelgebäudes in Mischbauweise wurden die Module als zweites und drittes Obergeschoß auf das neue Haus gesetzt, wodurch Raum für insgesamt 72 Senioren geschaffen werden konnte. Diese Lösung nutzt Holz als natürlichen CO₂-Speicher und ist daher ökologisch und ökonomisch nachhaltig.
Der Wohntrakt fügt sich in Linienführung und Proportionen respektvoll und selbstbewusst in das bestehende Ensemble. Die Textur der dunkel gebeizten Schindelfassade kontrastiert mit dem hellen Putz des historischen Bestandes, die warme Atmosphäre der lichtdurchfluteten Innenräume fördert das Wohlbefinden. Die offenen Begegnungsräume und privaten Rückzugsorte sind in freundlichen Farben gestaltet, großzügige Fensterflächen und sorgfältig gestaltete Grünräume schaffen eine harmonische Verbindung zur umgebenden Natur. Die kleinen Balkone wurden durch weite Aussichtsterrassen ersetzt, damit auch weniger mobile Senioren und Seniorinnen ins Freie können.
Der Mitteltrakt wurde als zentraler Verbindungsort umfassend erneuert und bildet nun das kommunikative Herzstück der Anlage. Es umfasst die Rezeption, ein einladendes Café und flexibel gestaltbare Veranstaltungsräume. Das auskragende Vordach, das von filigranen Betonstützen getragen wird, bildet eine südlich anmutende Arkade aus, die mit eleganter Leichtigkeit eine harmonische Verbindung zwischen den verschiedenen Bauetappen des Ensembles schafft. (Text: Isabella Marboe, nach einem Text der Architekten)
Ein selbstbestimmter Lebensabend braucht die richtige Balance aus notwendiger Unterstüzung und möglicher Autonomie. Dazu kann die Architektur ganz wesentlich beitragen, wenn sie im Alltag klare Strukturen, ein hohes Maß an Orientierung und Geborgenheit schafft. Das Pflegezentrum Jesuheim wird von den Barmherzigen Schwestern Zams betrieben.
Das Jesuheim liegt hoch über der Gemeinde Lochau und bietet weite Ausblicke über den Bodensee bis hin zu den Appenzeller Alpen. Der sanierungsbedürftige Bestand wurde von 2020 bis 2024 umfassend modernisiert. Dabei spielten ein selbstbestimmter Alltag für die Bewohner und Bewohnerinnen, sowie der Einsatz ressourcenschonender Baumaterialien und die Einhaltung modernster Pflegestandards eine besondere Rolle. Eine besondere Herausforderung war, dass die Bauarbeiten bei laufendem Betrieb erfolgten. Das erforderte eine präzise durchdachte, prozessoptimierte, effiziente Planung. Ein zentrales Element des Projekts bildete die innovative Holzmodulbauweise, die gemeinsam mit der Zimmerei Kaufmann aus dem Bregenzerwald entwickelt und umgesetzt wurde.
Das Haus Pfänder wurde durch einen Neubau ersetzt, der über einen gelenksartigen Verbindungsbau mit dem sanierten Bestand verbunden ist. Er besteht aus 44 vorgefertigten Holzmodulen, die zunächst ein temporäres Ersatzgebäude auf Punktfundamenten bildeten. Dort boten 36 Pflegezimmer mit barrierefreien Bädern den Bewohnern und Bewohnerinnen während der Bauzeit ein komfortables Zuhause. Nach der Fertigstellung des Sockelgebäudes in Mischbauweise wurden die Module als zweites und drittes Obergeschoß auf das neue Haus gesetzt, wodurch Raum für insgesamt 72 Senioren geschaffen werden konnte. Diese Lösung nutzt Holz als natürlichen CO₂-Speicher und ist daher ökologisch und ökonomisch nachhaltig.
Der Wohntrakt fügt sich in Linienführung und Proportionen respektvoll und selbstbewusst in das bestehende Ensemble. Die Textur der dunkel gebeizten Schindelfassade kontrastiert mit dem hellen Putz des historischen Bestandes, die warme Atmosphäre der lichtdurchfluteten Innenräume fördert das Wohlbefinden. Die offenen Begegnungsräume und privaten Rückzugsorte sind in freundlichen Farben gestaltet, großzügige Fensterflächen und sorgfältig gestaltete Grünräume schaffen eine harmonische Verbindung zur umgebenden Natur. Die kleinen Balkone wurden durch weite Aussichtsterrassen ersetzt, damit auch weniger mobile Senioren und Seniorinnen ins Freie können.
Der Mitteltrakt wurde als zentraler Verbindungsort umfassend erneuert und bildet nun das kommunikative Herzstück der Anlage. Es umfasst die Rezeption, ein einladendes Café und flexibel gestaltbare Veranstaltungsräume. Das auskragende Vordach, das von filigranen Betonstützen getragen wird, bildet eine südlich anmutende Arkade aus, die mit eleganter Leichtigkeit eine harmonische Verbindung zwischen den verschiedenen Bauetappen des Ensembles schafft. (Text: Isabella Marboe, nach einem Text der Architekten)
Für den Beitrag verantwortlich: Vorarlberger Architektur Institut
Ansprechpartner:in für diese Seite: Verena Konrad